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Seesen · Kultur

Jacobson-Haus Seesen als 3D-Rundgang

Das 1889 erbaute Alumnat ist der letzte erhaltene Teil der Jacobsonschule, an der Israel Jacobson 1810 die erste Synagoge des Reformjudentums errichten ließ.

Technik
Matterport · 3D-Rundgang

Geschichte

Das Jacobson-Haus in Seesen ist der letzte erhaltene Bau der Jacobsonschule: 1889 entstand es als Alumnat, in dem die Internatsschüler wohnten, schliefen und aßen. Gegründet hatte die Schule Israel Jacobson (1768–1828), Kammeragent und Landrabbiner im Herzogtum Braunschweig, 1801 als jüdische Freischule, die bald auch christliche Schüler aufnahm. Im 3D-Rundgang lässt sich das Haus virtuell besichtigen.

1810 ließ Jacobson im Schulhof den Jacobstempel errichten, die erste Synagoge des Reformjudentums – mit Orgel, Chor und Predigten in deutscher Sprache. In der Pogromnacht 1938 wurde der Tempel zerstört; sein Standort ist im Pflaster des Jacobsonplatzes, des einstigen Schulhofs, markiert. Eine Stolperschwelle am Eingang erinnert an mehr als 260 ehemalige jüdische Schüler, die Opfer der Shoah wurden.

Als der übrige Schulkomplex 1975 abgerissen wurde, blieb nur das Alumnat stehen. Seit der 2024 abgeschlossenen Sanierung dient der denkmalgeschützte Bau mit seiner Fassade aus Klinker und Sandstein als soziokulturelles Zentrum mit Stadtbücherei und Bürgersaal.