Industrie: Anlagen erfassen, ohne den Betrieb anzuhalten.
Wir erfassen Anlagen, Hallen und Untertage-Bereiche mit LiDAR und 360°-Technik – als Grundlage für Planung, Instandhaltung und externe Gutachter, die nicht jedes Mal anreisen sollen.
- Genauigkeit
- 1,9 mm auf 10 m
- Ergebnis
- Punktwolke, Rundgang, Grundriss
- Betrieb
- Aufnahme bereichsweise möglich
- Referenz
- Hochofen, Bergwerk, Manufaktur
Hochofen: eine Anlage, viele Anbieter
Als ein Hochofen der Salzgitter Flachstahl GmbH neu zugestellt werden sollte, brauchten externe Anbieter belastbare Maße der Anlage. Sie alle einzeln über das Werksgelände zu führen, mit Anreise, Schutzausrüstung und Sicherheitsauflagen, wäre aufwendig gewesen. Erfasst wurden deshalb neben dem Ofen auch Möllerung, Winderhitzer und Schalthäuser. Aus über zwei Terabyte Scandaten entstanden Punktwolke und Rundgang, in denen sich die Anbieter selbst bewegen und messen konnten; so sahen sich auch Ingenieure aus Fernost die Anlage vorab an, ohne eigens einzufliegen. Ebenfalls erfasst: Bergwerke und Manufakturbetriebe in der Region.
Warum Industriebetriebe scannen lassen
- Planung
Bestand, auf den man sich verlassen kann
Bestandspläne sind oft Jahrzehnte alt und stimmen nicht mehr mit der Realität überein. Ein Scan liefert den Ist-Zustand – inklusive aller Umbauten, die nie dokumentiert wurden.
- Revision
Stillstände vorab durchspielen
Wenn eine Revision nur wenige Tage dauern darf, muss vorher feststehen, was wohin passt. Im Scan prüfen Planer Einbringwege, Platz für Hebezeuge und mögliche Kollisionen, bevor das erste Bauteil angeliefert wird.
- Instandhaltung
Nachsehen, ohne hinzugehen
Wo verläuft die Leitung, wie viel Platz bleibt neben dem Aggregat, wie hoch liegt die Bühne? Solche Fragen klärt die Instandhaltung am Bildschirm und geht erst in die Anlage, wenn Material und Werkzeug feststehen.
- Zusammenarbeit
Externe ins Modell statt aufs Werksgelände
Anlagenbauer, Sachverständige und Lieferanten begehen die Anlage virtuell und messen selbst nach. Für Ihren Betrieb entfallen Anmeldung, Sicherheitsunterweisung und Begleitung bei jedem einzelnen Vorabtermin.
- Ausschreibung
Eine Grundlage für alle Anbieter
Wenn alle Bieter dieselbe Punktwolke bekommen, vergleichen Sie Angebote auf derselben Datenbasis – und ersparen sich Begehungstermine mit jedem einzelnen.
- Sicherheit
Bereiche erfassen, die schwer zugänglich sind
Höhen, enge Schächte, heiße oder stillgelegte Bereiche: Was einmal erfasst ist, muss nicht wieder betreten werden, nur um etwas nachzusehen.
In Industriebetrieben ist die Aufnahme selten der eigentliche Zweck. Gescannt wird, weil eine Ausschreibung ansteht, eine Anlage umgebaut wird oder ein Gutachter Zahlen braucht, die niemand mehr sicher benennen kann.
Wer im Betrieb mit den Daten arbeitet
Für Betreiber entsteht der Nutzen deshalb nicht am Aufnahmetag, sondern in den Monaten danach: überall dort, wo sonst jemand mit Zollstock, Kamera und Besucherausweis losgeschickt würde. Die Instandhaltung prüft Platzverhältnisse am Bildschirm, der Einkauf gibt allen Bietern dieselbe Datengrundlage, und die Arbeitssicherheit zeigt Fremdfirmen vorab, wo Wege, Engstellen und gesperrte Bereiche liegen.
Damit das funktioniert, legen wir vor der Aufnahme fest, wer die Daten später öffnet und mit welcher Software. Ein Planungsbüro braucht eine registrierte Punktwolke im Austauschformat, die Werksleitung eher einen Rundgang, der ohne Spezialsoftware im Browser läuft. Beides kann aus demselben Termin vor Ort entstehen, wenn es von Anfang an eingeplant ist.
Wo die Daten liegen
Genauso wichtig ist die Frage, wo die Daten liegen. Die Geometrie einer Anlage verrät viel über Prozesse und Kapazitäten. Beim Hochofen der Salzgitter Flachstahl GmbH wurden Punktwolke und Rundgang deshalb über einen Server im Intranet bereitgestellt, erreichbar im lokalen Netz und nicht im öffentlichen Internet.
Wer Daten an externe Bieter weitergibt, kann zudem den Umfang begrenzen. Aus der Gesamtpunktwolke lassen sich einzelne Bereiche herausschneiden, sodass jeder Anbieter nur den Teil erhält, den er für sein Angebot braucht.
Wenn sich die Anlage ändert
Ein Scan hält den Zustand eines Tages fest. Wird die Anlage später umgebaut, lassen sich die geänderten Bereiche gezielt nacherfassen und in die vorhandene Punktwolke einfügen; der übrige Bestand bleibt gültig. So wächst die Dokumentation mit der Anlage, statt bei jedem Projekt von vorn zu beginnen.
Auch für Anlagen, die außer Betrieb gehen, lohnt die Erfassung. Bevor eine Halle abgerissen oder eine Anlage demontiert wird, hält der Scan fest, was dort stand: für die Rückbauplanung, für Gutachten oder als Dokumentation eines Industriedenkmals. Ein Beispiel ist die alte Erzaufbereitungsanlage der Bergbau Goslar GmbH, die wir zur Bestandsdokumentation als Rundgang erfasst haben.
Häufige Fragen
Ihre Frage ist nicht dabei? Fragen Sie uns direkt.
Was bedeutet die Aufnahme für den laufenden Betrieb?
Meist wenig: Die Produktion läuft in der Regel weiter, wir erfassen Bereich für Bereich in Zeitfenstern, die Ihre Betriebsleitung festlegt. Wo Sicherheitsauflagen gelten, stimmen wir die Begehung mit Ihnen ab, inklusive Unterweisung, Begleitung und Schutzausrüstung. Eine Einschränkung gibt es: Bewegte Maschinenteile erscheinen im Scan unscharf oder lückenhaft. Wer die exakte Geometrie einer Maschine braucht, legt diesen Bereich in eine Stillstandsphase. Mehr dazu im Ratgeber zum Scan im laufenden Betrieb.
Wie gehen Sie mit Betriebsgeheimnissen um?
Auf Wunsch übergeben wir sämtliche Rohdaten und löschen unsere Kopien. Geheimhaltungsvereinbarungen unterschreiben wir selbstverständlich vor der Begehung.
Was ist mit Mitarbeitern auf den Aufnahmen?
Wir legen die Zeitfenster so, dass möglichst niemand durchs Bild läuft.
In welchen Formaten bekommen wir die Daten?
Punktwolken in Austauschformaten wie E57 oder XYZ, dazu Grundrisse und Schnitte als PDF, 3D-Modelle oder BIM-Grundlagen. Entscheidend ist, womit Ihre Planer und Ihre Instandhaltung arbeiten. Das klären wir vorab, denn es bestimmt die Aufnahmestrategie.
Rundgang, Laserscan oder beides?
Das hängt davon ab, wer die Daten nutzt. Für Einweisungen, Sicherheitsbegehungen und die erste Orientierung von Lieferanten genügt ein Rundgang mit Messfunktion. Sobald konstruiert, umgebaut oder auf Kollisionen geprüft wird, braucht es die exakte Geometrie eines Laserscans. Bei Industrieprojekten nehmen wir häufig beides in einem Durchgang auf.

